Von Stromausfällen und Büromaterial

Jeannette von Däniken ist zurzeit in Ruanda, wo sie ein Praktikum bei FH macht. Sie hat in Genf Sozialwirtschaft studiert und interessiert sich besonders für landwirtschaftliche Fragen.

Letzte Woche war es schwierig in Muhanga zu arbeiten. Das galt wohl nicht nur für die Mitarbeiter/innen von Food for the Hungry, aber als Beispiel eignet sich unsere Organisation sicher gut.
Am Morgen bei meiner Ankunft im Büro funktionierte der Strom meistens etwa für eine halbe Stunde. Danach verabschiedete er sich bis kurz vor dem Mittagessen. Nach der Mittagspause dauerte Strom-Phase meist etwa zwei Stunden, bevor der Strom erneut ohne Vorwarnung ausblieb. Auch abends war es dieselbe Geschichte, nur dass dann im FH Büro nicht gearbeitet wird. Niemandem ist klar, was der Grund für diese häufigen Stromausfälle ist, ob der Strom gezielt ausgeschaltet wird oder ob das System tatsächlich immer wieder überlastet ist. Das Problem dabei ist einfach: In einem Büro, wie hier bei FH, wird an Computern gearbeitet und wir benutzen öfters mal das Internet.

Strom und Benzin kommen und gehen
Ich gehöre zu den Glücklichen, die über einen Laptop mit funktionierendem Akku verfügen, so dass ich wenigstens für ein Weilchen weiterarbeiten kann, das ist aber längst nicht der Fall aller meiner Arbeitskollegen/innen hier. Die Elektrizitäts-Situation scheint in Muhanga nicht immer so schlecht zu sein, aber seit ich hier angekommen bin, kommt und geht der Strom wie er will. Eigentlich ist dies ja auch gar nicht so schlimm, da die meisten meiner Arbeitskollegen vorwiegend auf dem Land in einer Gemeinde arbeiten und deshalb den ganzen Tag unterwegs sind. Das Problem ist nur, dass sie, wenn sie einen Tag im Büro einplanen, auch Dinge erledigen müssen, für die es nun mal einen Computer und meist auch Internet braucht. Sie müssen dann Berichte verfassen und verschicken, Fotos auswählen oder Mails beantworten. So ist oft das einzige was jeweils übrig bleibt, abzuwarten bis der Strom wieder funktioniert und dann zu arbeiten, wenn es Strom gibt.

Präsidentin und Sektretärin einer Kooperative im Sektor Kamonyi.

Und auch wir im kleinen Team des „projet d’appui aux associations et coopératives agricoles“, in dem ich arbeite, haben die stromfreie Zeit genutzt, um zu den Kooperativen zu fahren. Dies war leider auch nicht immer möglich, da es manchmal nicht nur keinen Strom, sondern ausserdem kein Benzin gab (in diesem Fall kein allgemeines ruandisches Problem, sondern eher ein FH-internes).

Buchhaltung für Kooperativen
So haben wir letzte Woche an einem Tag etwas 20 neuere Kooperativen in 3 verschiedenen Sektoren abgeklappert, um Material zu verteilen. Diesmal handelte es sich nicht um Dünger, sondern um Hefte, Bücher, Stifte und Kreide. Dieses Material gehört zur Ausbildung, die im Oktober und November zur Buchhaltung und allgemein der Organisation von Kooperativen stattfand. Die leitenden Personen der Kooperativen, die an dieser Ausbildung teilgenommen haben, haben nun den Auftrag ihr Wissen an die Mitglieder ihrer Kooperativen weiterzuvermitteln. Dazu sind die Hefte, Stifte und Kreide bestimmt, während die Bücher für die Buchhaltung gedacht sind. Die Herausforderung der Leiter/innen der Kooperativen ist umso grösser, als manche Mitglieder der Kooperativen weder lesen noch schreiben können und meist noch nie etwas von Buchhaltung gehört haben. Da jedoch alles auf dem Papierweg gehandhabt wird und das Stromnetz auf dem ruandischen Land ohnehin noch nicht alle Menschen erreicht, wird ihre Arbeit wenigstens nicht von Stromausfällen beeinträchtigt.

Verteilung von Büromaterial im Sektor Kabacuzi.

Was uns hier in Muhanga verdeutlicht, dass wir dieses Ärgernis vielleicht nicht allzu wichtig nehmen sollten, sondern uns eher glücklich schätzen sollten, dass wir überhaupt über Strom verfügen.

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